Tourenbeschreibung


Hundeschlittenexpedition Dividal
(8+3 Tage)

Diese Tour ist auch für Anfänger konzipiert. Man sollte sich vor Augen halten, dass Hundeschlittenfahren mehr beansprucht als ein Stadtbummel. Eine durchschnittliche körperliche Fitness reicht aber aus, wie sie etwa für Fahrradtouren in mittelgebirgigem Gelände notwendig ist. Sehr wichtig ist die Fähigkeit der Anpassung an widrige Witterungsumstände und Schneeverhältnisse. Tatkräftiges Anpacken, Toleranz und Ausdauer sind sehr vorteilhafte Eigenschaften.

Auf dieser Tour wird in mehreren Etappen ein großer Kreis gezogen, dessen Ausdehnung sich nach den Vorstellungen und Möglichkeiten der Teilnehmer und den Schnee- und Wetterverhältnissen richtet.

1. Tag

Ankunft am Flughafen Bardufoss oder am Bahnhof Narvik. Hier werden sie von Ihrem Musher abgeholt und nach Innset – zum Ausgangspunkt der Tour – gebracht. (Ev. Bus von Narvik nach Setermoen). Auf der Huskyfarm von Björn Klauer empfangen Sie die vierbeinigen Teilnehmer der Tour und eine Hütte/Gästehaus mit allem Komfort wie Dusche, Küche etc. Beim Abendessen werden die ersten Details der Tour besprochen.

(Es kann natürlich auch gerne ein paar Tage früher angereist werden. Das gibt mehr Zeit für den Spaß im Schnee: Huskies kennen lernen, Schneeschuh- oder Skiausflüge auf eigene Faust, "Snørrekjøring" ausprobieren, Entspannen in der Sauna, Akklimatisieren. Kosten bei Selbstverpflegung: 23.- Euro p. Tag/Person)

2. Tag

Dieser Tag wird komplett für die Vorbereitungen der Expedition genutzt. Zunächst bekommt jeder sein Gespann zugeteilt, damit sich Hund und Mensch schon einmal beschnuppern können.
Danach kommt die Einweisung in die Kunst des Hundesschlittenfahrens an die Reihe. Ziel hierbei ist es, jeden Teilnehmer in die Lage zu versetzten möglichst selbstständig mit den Hunden und dem Schlitten umgehen zu können.

Alle Fragen werden behandelt: Welcher Hund kommt wohin? Wozu dienen die vielen Leinen? Was mache ich, wenn ich umfalle usw.. Das Anschirren und Anleinen der Hunde wird praktisch geübt und eine kleine Hofrunde mit einem kompletten Gespann gibt erste Eindrücke über den zu erwartenden Spaß.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ausrüstung. Hier wird das Equipment der Teilnehmer gründlich auf die Tauglichkeit untersucht und fehlende Gegenstände ergänzt. Die Ausrüstung der Teilnehmer soll allen Gegebenheiten gewachsen sein. Um das zu gewährleisten können wir auch auf unser umfangreiches Ausrüstungslager zurückgreifen.
Ein Blick auf die Karte gibt einen ungefähren Einblick in den Ablauf der Tour.

3. Tag

Heute werden die Schlitten gepackt, die Hunde eingespannt und die Startleinen gelöst.
Nun endlich beginnt das Abenteuer, dass zunächst nur aus weißer, vorüberfliegender Landschaft und einer Meute äußerst arbeitswilliger Hunde besteht. Doch rasch haben sich die Vierbeiner zu einem ruhigeren Wolfstrab besonnen – der Urlaub kann beginnen.

Um den Anfang nicht zu schwer beginnen zu lassen, verläuft die Etappe auf dem Eis des Sees Altevatn. Hier sind noch keine großen Fahr- und Lenkkünste von Nöten.

Schon nach drei bis vier Stunden neigt sich die erste Etappe dem Ende zu. Ein Lavvu – das traditionelle Zelt der Samen – lädt in einem kleinen Birkenwald zur Übernachtung ein. Ein Ofen in der Mitte und Rentierfelle am Boden sorgen für einen traditionellen und gemütlichen Abschluss des Tages.

4. Tag

Auch dieser Tag stellt noch keine hohen fahrtechnischen Ansprüche an die Teilnehmer. Das Eis des Sees Altevatn erlaubt es, die Fahrt und die gebirgige Landschaft in vollen Zügen zu genießen.

Nach ca. 25 Kilometern wird einer Hütte erreicht, die sich unweit der schwedischen Grenze im Birkenwald versteckt.

5. Tag

Der fünfte Tag führt die Gruppe über die schwedische Grenze. Doch dazu soll erst einmal ein Höhenzug überwunden werden, der die Seen Leinavatn und Store Gamas von einander trennt. Vierhundert Höhenmeter müssen überwunden werden, die dann aber einen fantastischen Ausblick in die von steilen Bergen durchfurchten Landschaft ermöglichen.

Im Osten liegt das kleine Samendorf Vouskojaure – fast von der Landschaft aufgesogen. Die Hütten des Dorfes verstreuen sich weit in der Landschaft. Erst im Mai und im Oktober zeigt das Dorf mehr Leben. Dann werden hier die Rentierherden auf dem Weg zur Sommer- bzw. Winterweide vorbei getrieben. Lediglich ein ältere Same hält hier das ganze Jahr über die Stellung.
Eine kleine Hütte dient weit über der Baumgrenze zur Übernachtung.

6. Tag

Heute geht es weiter nach Norden in eine sich weit öffnende Landschaft, immer über der Baumgrenze. Oft halten sich in diesem Gebiet kleinere Rentierherden auf, die den großen Treck in Richtung Osten im Spätherbst verpasst haben.

Haben die Hunde die Witterung der Rentiere aufgenommen, gilt es den Jagdtrieb der Hunde durch beherztes Bremsen des Schlittens unter Kontrolle zu halten.

Die Landschaft bleibt nach wie vor gebirgig, doch die Täler sind sehr weit und die Anstiege weniger steil, wie man es vielleicht von den Alpen gewohnt ist. Dadurch ist diese Landschaft für das Hundeschlittenfahren sehr geeignet: Den Hunden muß nur selten geholfen werden. Doch das Bild von Bergen, weiten Hochebenen, zugefrorenen Seen und Flüssen ändert sich laufend.
Indem die Schlitten westwärts wieder norwegisches Gebiet erreichen, tauchen bald die ersten Birken der Baumgrenze auf. Hier beginnt auch der Nationalpark Dividal. Jetzt zeigt sich, was in den ersten Tagen beim Hundeschlittenfahren gelernt worden ist. Die Birken stehen immer dichter und die Abfahrt nimmt zum Teil recht zügig Form an.

Ehe man sich versieht, ist der Talboden des Tales "Dividalen" erreicht und zwischen den Birken taucht eine kleine Blockhütte auf, die der Übernachtung dienen wird.

7. Tag

Das Dividal lädt zu Ausflügen mit dem leeren Hundeschlitten oder auf Schneeschuhen ein. Liegt viel loser Neuschnee im Tal, so werden es die Hunde zu danken wissen, wenn der Tag auch dazu genutzt wird, eine Spur mit den Schneeschuhen für die Schlitten bis zur Baumgrenze zu legen. Ansonsten ist auch Zeit für kleine Fotoexkursionen oder für das Buch, das die Reise über im Gepäck warten musste.

8. Tag

Wir verlassen das Tal und folgen dem Ruf der Berge, die immer schroffer werden. Über zugefrorene Seen und Flüsse erreicht die Gruppe die Vuomahütte nach einer ca. fünfstündigen Fahrt. Dieser Teil des Nationalparks liegt inmitten mächtiger und steiler Bergwelt. Vereiste Wasserfälle schieben ihr Eis in den blauen Farbtönen der Gletscher herab und tiefschwarze Abbrüche heben sich eindrucksvoll von der weißen Pracht ab.

9. Tag

An diesem Tag erreicht die kleine Expedition ihren höchsten Punkt, der 1000 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Auf dem Weg dorthin gibt es immer wieder steile Passagen, an denen die Hunde ihre liebe Mühe haben, die inzwischen schon fast leeren Schlitten hinauf zu ziehen. Da hilft es viel, wenn neben dem Schlitten hergegangen und damit den Hunden das Ziehen erleichtert wird.

Belohnt wird das bei der Abfahrt, die nun ebenfalls zu bewältigen ist. Aber das tagelange, vorhergegangene Training läßt die zügige Geschwindigkeit genießen und selbst bei Schräghangfahrten kann jeder den Schlitten durch die richtige Gewichtsverlagerung sicher unter Kontrolle halten. Nach 4 bis 5 Stunden ist wieder der See Altevatn und das urgemütliche Lappen/Samenzelt, das Lavvu erreicht. Hier schließt sich der große Kreis der Expedition.

10. Tag

Nach einer kurzen Waldfahrt ist das Eis des Sees Altevatn wieder unter den Kufen zu spüren. Die Hunde merken schnell, dass es in Richtung Hundehütten geht und ziehen das Tempo an. Deswegen braucht die Dusche und die Sauna auf der Huskyfarm in Innset nicht lange auf die Teilnehmer warten. Aber vorher müssen die Hunde noch ausgeschirrt und die Schlitten entladen werden.

Ein warmes Abendessen schließt den Tag ab. Hier wird die norwegische Küche beweisen, daß sie noch etwas anderes zu bieten hat als "Smørebrød".

11. Tag

Frühstück, Abschied von den Hunden und Transfer zu den Abreiseorten.
Aufgrund von schlechten Witterungsbedingungen, erheblichen Schneefall oder Lawinengefahr kann sich die Route ändern. Wir haben jedoch mehrere, landschaftlich sehr reizvolle Alternativrouten zur Auswahl.

Auch können eine oder mehrere Zeltübernachtungen notwendig werden, wenn die Schneeverhältnisse das Vorwärtskommen erschweren.

Das Zelt wird mit Petroleumkochern und -lampen beheizt und Rentierfelle als Liegeunterlage sorgen für eine durchaus gemütliche und warme Atmosphäre.

Bitte unbedingt das »Hundeschlitten ABC« lesen!

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